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Urheberrecht – Was ist das eigentlich?

copygo.de - Urheberrecht für Kreative

Alle reden vom Urheberrecht – aber was ist das eigentlich? § 11 Urheberrechtsgesetz (UrhG) beschreibt den Inhalt des Urheberrechts so: „Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.

Das ist natürlich eine sehr trockene Jura-Definition. Das Urheberrecht schützt den Urheber und das Werk, das er geschaffen hat. Es gibt dem Urheber die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie, von wem und wo von ihm geschaffene Werke verwendet werden dürfen.

Was ist eigentlich ein „Werk“?

Durch das Urheberrecht wird nicht jede kreative Leistung geschützt, sondern nur sogenannte „Werke“. Das UrhG definiert Werke als „persönliche geistige Schöpfungen“. Das hilft erst einmal auch nicht wirklich weiter. Werke sind alle kreativen Schöpfungen, die von einem Menschen stammen und über das Durchschnittsschaffen hinausgehen. Die Schöpfung muss eine gewisse „Schöpfungshöhe“ erreichen. Allerdings sind die Anforderungen dafür nicht hoch.

Es gibt keine feststehende Liste, welche Arten von kreativen Leistungen geschützt werden können. Egal ob Buch, Fotografie, Film, Musik, Computerspiel, Möbelstück, Bauwerk, Multimediawerk oder „Happening“, solange die Schöpfung die nötige „Schöpfungshöhe“ erreicht, ist sie durch das Urheberrecht geschützt.

Notwendig ist aber, dass die Schöpfung schon eine konkrete Form hat. Bloße Ideen sind nicht geschützt. Die Idee, ein Buch über die Abenteuer eines jugendlichen Zauberers in einem Zauberer-Internat zu schreiben, ist also nicht geschützt. Jeder darf darüber ein Buch schreiben. „Harry Potter“ in seiner konkreten Form darf man aber nicht einfach kopieren und als eigenes Werk ausgeben.

Das „Werk“ hat übrigens nichts mit „Kunst“ zu tun. Ob etwas „Kunst“ ist, liegt im Auge des Betrachters. Es gibt durchaus Kunstwerke, die keine urheberrechtlich geschützten Werke sind, beispielsweise die sogenannten „Ready-Mades“ von Marcel Duchamp. Andersherum sind durchaus auch Werke urheberrechtlich geschützt, die wohl von Kunstkennern nicht als „Kunst“ bewertet werden würden. Gerade bei Schriftwerken ist sehr viel geschützt, z.B. auch die meisten Blogartikel, ohne dass diese eine Qualität erreichen müssen, die als „Kunst“ bezeichnet werden könnte.

Wer ist Urheber?

Cartoon: Urheber, rechts Verletzung

Inhaber des Urheberrechts ist der Urheber. Das ist natürlich die Person, die das Werk selbst geschaffen hat. In Deutschland ist das immer eine natürliche Person. Kein Unternehmen kann in Deutschland Urheber sein oder werden. Wenn mehrere gemeinsam ein Werk schaffen, sind alle Miturheber des Werkes. Das können manchmal auch ganz schön viele Urheber bei einem Werk werden, beispielsweise bei Filmen.

Aber Achtung: Wenn für einen Song Musik und Text von unterschiedlichen Personen geschaffen werden, sind diese nicht Miturheber am „Song“. Das Urheberrecht betrachtet Musik und Text nämlich als zwei getrennte Werke. Der Textdichter bekommt das Urheberrecht für den Text, der Komponist das Urheberrecht für die Musik.

Entstehung des Urheberrechts

Das Urheberrecht entsteht in Deutschland ganz einfach dadurch, dass der Urheber das Werk schafft. Eine Registrierung des Urheberrechts ist (anders als z.B. bei Marken und Patenten) nicht notwendig. Der Urheber muss auch niemandem mitteilen, dass er das Werk erschaffen hat. Das Urheberrecht endet erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Inhalt des Urheberrechts

Und was genau bringt mir als Urheber das Urheberrecht jetzt? Ist ein Werk urheberrechtlich geschützt, können andere das Werk nur nutzen, wenn sie eine Erlaubnis des Urhebers haben oder das Gesetz eine Ausnahme vorsieht (z.B. für die Privatkopie). Durch das Urheberrecht kann der Urheber Dritten Rechte an seinen Werken einräumen und dafür Vergütung verlangen. Außerdem kann er anderen, die seine Werke ohne Erlaubnis verwenden, die Nutzung verbieten. Das Urheberrecht gewährt dem Urheber dafür einerseits Nutzungsrechte und andererseits Urheberpersönlichkeitsrechte.

Nutzungsrechte

Als Nutzungsrechte bezeichnet man das Recht, Werke auf bestimmte Art und Weise nutzen zu dürfen. Zu den Nutzungsrechten gehören beispielsweise das Vervielfältigungsrecht, das Recht, das Werk im Internet öffentlich zugänglich zu machen, das Recht, Bearbeitungen des Werkes zu veröffentlichen etc. Auch bei den Nutzungsrechten gibt es keine feste Aufzählung im Gesetz.

Urheberpersönlichkeitsrechte

Die Idee hinter den Urheberpersönlichkeitsrechten ist, dass Urheber oft ihre ganze Persönlichkeit in ein Werk einfließen lassen. Wird dann das Werk in unangemessener Weise verwendet, wird damit nicht nur die Integrität des Werks, sondern auch die Persönlichkeit des Urhebers verletzt. Zu den Urheberpersönlichkeitsrechten gehört beispielsweise das Namensnennungsrecht und das Recht, Entstellungen des Werkes zu verbieten. Über dieses Urheberpersönlichkeitsrecht kann man beispielsweise unter bestimmten Umständen verbieten, dass die eigene Musik auf einer Parteiveranstaltung gespielt wird.

Ist das Urheberrecht übertragbar?

In Deutschland kann das Urheberrecht als solches nicht übertragen werden. Nur wenn der Inhaber des Urheberrechts stirbt, gibt es einen neuen Inhaber: den Erben. Der Urheber kann Dritten nur Lizenzen erteilen, also Nutzungsrechte einräumen. Dabei ist der Urheber relativ frei: Er kann jemand anderem die weltweiten, exklusiven und zeitlich unbeschränkten Rechte einräumen, sein Werk auf alle erdenklichen Weisen zu nutzen. Er kann aber auch sehr begrenzte Lizenzen erteilen, beispielsweise nur für die Nutzung für ein Jahr auf einer bestimmten Webseite.

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Beispielbild Vertragerstellung

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